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Just Coffee: Wo ein Banker Kaffee brüht

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Just Coffee: Wo ein Banker Kaffee brüht

Sechzehn Jahre lang hatte der Brite David Lewis als Banker gearbeitet, bis er im März 2018 sein Spezialitäten-Café im Herzen Zürichs eröffnete. Nun hat er mit Just Coffee bereits das einjährige Jubiläum gefeiert. Seinen Berufswechsel bereut er nicht: «Wenn du ein Produkt anbieten kannst, das die Menschen glücklich macht, do it!»

Internationale Ketten wie Starbucks oder lang etablierte Kaffeehäuser wie das Café Honold sorgen im Zentrum Zürichs für eine ordentliche Konkurrenz. Allerdings ist Just Coffee der Beweis dafür, dass sich auch ein kleiner, eigenständiger Kaffee-Shop durchsetzen kann, wenn das Sortiment einzigartig ist. Auf der kleinen Fläche des Takeaways gibt es nämlich einen grossen Kaffeegenuss: «Was wir hier verkaufen, bietet sonst niemand in Zürich an, vielleicht sogar niemand in Zentraleuropa», behauptet David. «Als die allerersten in der Schweiz benutzen wir die Fetco Kaffeebrühmaschine. Auch unsere Kaffeeröstung ist ausserordentlich.» Die Hausmischung heisst «The Roasting Party» – die Röstungsmethode stammt aus Australien, wobei die Bohnen in England geröstet werden. «Das beste an der Welt ist, dass sie über so viele unterschiedliche Aromen verfügt.» Die feinsten davon will David nach Zürich bringen.

Vom Banker zum Barista

David vor seinem Just Coffee

Obwohl England eher als ein Tee-Mekka gilt, verliebte sich David dort in Kaffee. Bereits in den 90er Jahren boten viele Cafés in seiner Heimatstadt London hochwertige Röstungen an, die er während seinem Studium zu geniessen lernte. Als er jedoch in die Schweiz umzog, erlebte er einen Kulturschock. «Die Schweiz ist ein Land des Kapselkaffees», stellt David fest. Zwar konnte er als Bankangestellter gratis Kaffee trinken, glücklich machte ihn sein bitterer Geschmack allerdings nicht – genau wie sein Job, den er zunehmend als «langweilig» empfand. Nach mehreren Jahren im Finanzwesen entschied sich David, endlich der Meister seines eigenen Schicksals zu werden und sich vom schlechten Kaffee für immer zu verabschieden.

Seit der Eröffnung von Just Coffee geniesst David nicht nur seinen Lieblingskaffee, sondern auch den unmittelbaren Kontakt mit den Kunden. Im Vergleich zu seiner ehemaligen Stelle sieht er nun jeden Tag, wie seine Arbeit den Alltag seiner Kunden direkt beeinflusst. «Viele sind, wie ich noch vor kurzem war, Banker. Einen Kaffee bei uns zu holen, ist für sie wie eine Rauchpause ohne Zigaretten. Es macht sie einfach glücklich.»

Mehr als Kaffee

Zusätzlich findet man in Just Coffee nicht «nur» Kaffee: Neben Getränken wie Matcha Latte, Dirty Chai oder heisser Schokolade, stehen Croissants, Dampfnudeln oder Donuts zur Auswahl. Viele dieser Optionen sind vegan. «Veganismus ist eine grosse Bewegung», bestätigt David. «Die Nachfrage nach veganen Produkten steigt und wir sind darauf vorbereitet.» David ist vor allem auf die angebotenen Milchvarianten stolz: Er importiert internationale Marken wie «Oatly» (Hafermilch), «Bonsoy» (Sojamilch) und, als einziger Anbieter in der Schweiz, «Rude Health» (Mandelmilch). «Ich nehme mir die Zeit, Alternativen zu finden, die wirklich gut schmecken.»

«Keep it simple»

Obwohl ihm hohe Qualität enorm wichtig ist, betont David immer wieder, dass Just Coffee nichts mit Snobismus zu tun hat. «Wir sind keine Weinkenner der Kaffee-Welt.» Im Gegenteil – Davids Ziel ist es, seinen Kaffee so unkompliziert vorzubereiten, dass ihn die Kunden auch schnell und einfach zu Hause brühen können. Deshalb werden, nach dem Vorbild der Londoner Spezialitäten Cafés, die Röstung, Milch und sogar Kaffeemaschinen direkt in Just Coffee verkauft.

Dass es David nicht nur um das Business geht, sondern in erster Reihe um die Menschen, merkt man sofort. «Sorry», entschuldigt er sich mitten im Interview, als er schnell hinter die Theke springen muss, um seine Barista Monika zu unterstützen. Ein Mann reicht ihm bereits eine leere Tasse. «Das Gleiche wie immer?», fragt David. Spätestens dann wird klar, dass sich in Just Coffee nicht nur der ehemalige Banker, sondern auch seine Kunden wie zu Hause fühlen.

Willst du mehr erfahren? Folge Just Coffee auf Instagram (@justcoffeezurich) oder besuche die Webseite: www.just-coffee.ch.

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Liebt und studiert Linguistik und Literaturwissenschaft an der UZH. Wenn sie mal prokrastiniert, schreibt sie Gedichte, hört alte Platten oder shoppt sich durch Zürich.

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