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Lime, Bird, Smide & Co.: Damit bleibst du in Zürich mobil

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Lime, Bird, Smide & Co.: Damit bleibst du in Zürich mobil

Zürich ist im Mobilitätswandel. Das beweisen die vielen neuen Angebote, welche über die vergangenen Monate in Zürich gestartet sind. Damit du im Angebot die Übersicht nicht verlierst, stelle ich dir in diesem Post alle neuen Mobilitätsangebote in Zürich.

Mit oBike startete 2017 das erste stationslose Veloverleihsystem in Zürich. Mit mässigem Erfolg: Die Firma stellte nach massiven Problemen mit der Qualität der Fahrräder, schlechter Kommunikation mit den Behörden und noch mehr negativen Medienberichten die Tätigkeit Anfang 2018 bereits wieder ein. Das rief neue, junge Anbieter auf den Plan, welche das Thema Mobilitätsrevolution mit mehr Professionalität und Geduld angehen wollten. Daraus entstand eine mittlerweile fast schon unübersichtliche Anzahl an neuen Angeboten. Hier sind sie:

Lime

Lime startete in Züri nur kurz nach oBike und hat aus deren Fehlern wohl einiges gelernt, denn: Sie machen vieles richtig und das sogar richtig gut. Die US-Amerikanische Firma beehrte Zürich als erste Stadt ausserhalb der USA, um mit ihren knallgrünen Fahrrädern und Scootern in ganz Europa durchzustarten. Über die Lime-App findest du alle Fahrräder und Scooter in deiner Nähe und mit dem Fotografieren eines QR-Codes startest du die Miete. Die LimeBikes kosten CHF 1.- pro 30 Minuten; Die Lime-S Scooter sind etwas teurer und kosten CHF 1.- zum Öffnen, danach 30 Rappen pro Minute.

➕ Das macht Lime gut:

Besonders praktisch sind die elektrischen Scooter. Sie sind schnell, sehr hochwertig gebaut und einfach zu bedienen. Mit ihnen kommt jeder Pendler schnell und mit hohem Spassfaktor ans Ziel.

Lime hat ihre Organisation in Zürich echt gut im Griff und verteilt jeden Morgen die Flotte an strategischen Punkten wie Bahnhöfen und anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkten. Zusätzlich hat Lime mittlerweile ein Netzwerk an Partnern wie Läden, Cafés und Hotels aufgebaut, welche gegen Bezahlung Platz für sogenannte LimeHubs bieten. So ist das nächste Lime mit aktuell ungefähr 500 Fahrrädern und 250 Scootern nie weit entfernt. Die Absprache mit den Behörden scheint intakt zu sein und gut zu funktionieren.

➖ Das gefällt mir an Lime weniger:

Auch wenn die Fahrräder von besserer Qualität als jene von oBike sind, sind längere Fahrten echt anstrengend und machen keinen Spass. die LimeBikes sind also doch eher für kurze Fahrten geeignet und definitiv nicht die richtige Wahl, wenn du schnell von A nach B kommen musst. Weiter gibt es viele beschädigte Fahrräder, was wohl aber eher den Benutzern und Lime-Hatern, als Lime selbst vorgeworfen werden kann.

Webseite mit weiteren Informationen: https://limebike.ch/
App herunterladen: Android & iPhone

Bird

Im Oktober startete das amerikanische Milliarden-Startup Bird mit ihrem Angebot in Zürich und versucht, Lime Konkurrenz zu machen. Zürich ist nach Paris, Wien, Antwerpen und Brüssel die fünfte Stadt in Europa, in welcher Birds verliehen werden. Die Bird-Flotte besteht ausschliesslich aus 60 e-Trottinetts – ziemlich stylische, schwarz-rote Flitzer. Jeden Morgen um 7 Uhr werden diese an strategischen Punkten in Zürich verteilt – kosten tun sie genau gleich viel wie jene von Lime, nämlich CHF 1.- zum entsperren und 30 Rappen pro Minute. Ähnlich wie bei Lime werden die Geräte per App entsperrt und mit hinterlegter Kreditkarte bezahlt – eine Kaution musst du auch hier nicht einzahlen. Um 21 Uhr werden die Birds eingesammelt und für den Einsatz am nächsten Tag fit gemacht.

➕ Das macht Bird gut:

Die App und die Trottinetts funktionieren einwandfrei. Auch die Organisation scheint Bird im Griff zu haben, jeden Morgen pünktlich um 7 Uhr tauchen gut positionierte Limes auf der Karte auf. Die Birds sehen zudem echt Schick aus.

➖ Das gefällt mir an Bird weniger:

Die Flotte in Zürich ist noch ziemlich klein, so dass das nächste Bird oft zu weit entfernt ist. Ich bin gespannt, wie sich die Anzahl in den kommenden Monaten entwickeln wird. Die e-Trottinetts scheinen zwar recht hochwertig, technisch sind sie aber noch nicht auf dem Stand wie jene von Lime – ganz besonders bei der Geschwindigkeit und dem Handling gibt es zwischen Bird und Lime deutliche Unterschiede.

Webseite mit weiteren Informationen: https://www.bird.co
App herunterladen: Android & iPhone

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Hallo Zurich! #befreewithbird

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Smide

Smide ist seit April 2018 ein ziemlich bekannter Name in Zürich und bietet schnelle E-Bikes im Free-Floating-System. Mit 250 Fahrrädern bietet das Zürcher Startup eine attraktive Flotte aus qualitativ hochwertigen Bikes, welche von jedem gemietet werden können, der älter als 18 Jahre als ist und einen Führerschein (Auto oder Motorrad) besitzt. Das Grundangebot für Wenigfahrer kostet 25 Rappen pro Minute, zusätzlich können günstigere Minutenpakete gekauft werden. Eine Kaution musst du nicht einzahlen. Für Gelegenheits- und Vielfahrer gibt’s weitere Abos für CHF 44.- oder CHF 77.- im Monat. Damit erhältst du täglich 10 beziehungsweise 45 Minuten kostenlose Fahrtzeit auf dein Smide-Konto gutgeschrieben. Über die App siehst du den Standort aller e-Bikes und tätigst ganz einfach deine Buchung.

Für alle Berner unter uns: Das Zürcher Startup hat vor wenigen Wochen seine Crowdfunding Kampagne erfolgreich abgeschlossen und CHF 250’000 für den Start von Smide in Bern gesammelt. Freut euch auf das Angebot!

➕ Das macht Smide gut:

Die Smide e-Bikes sind richtig hochwertig, werden gut gewartet und machen echt viel Spass. Man merkt, dass dahinter ein Startup mit hohem Bezug zur Schweiz und ihren Eigenheiten steckt. Auch die Preisgestaltung ist absolut fair, ganz besonders für Vielfahrer. Für Speed-Freaks gibt es zudem ab 20 gefahrenen unfallfreien Fahrten die Möglichkeit, die Geschwindigkeitsgrenze von 35km/h auf 45km/h zu erhöhen.

➖ Das gefällt mir an Smide weniger:

Ich habe lange überlegt, aber tatsächlich nichts an Smide auszusetzen. Hast du einen Tipp für mich?

Webseite mit weiteren Informationen: https://www.smide.ch/
App herunterladen: Android & iPhone

PubliBike

2018 bekam Zürich endlich ein richtiges, von der Stadt aktiv unterstütztes Velonetzwerk. Das durch die vier Sponsoren ewz, Zürcher Kantonalbank, Migros und Post finanzierte Angebot funktioniert stationsgebunden. Bis im Sommer 2019 rechnet PubliBike mit 150 Stationen in und rund um Zürich und 2250 zur Verfügung stehenden Leihrädern. Der Dienst startete jedoch mit einigen Problemen: Zuerst wurden aufgrund mieser Schlösser dutzende Fahrräder geklaut und danach wurde auch noch bekannt, dass PubliBike bei über 2000 Kunden falsch abgerechnet hatte – heieiei! Mittlerweile sind wieder alle Velos voll in Betrieb und können über die PubliBike-App oder mit dem SwissPass gemietet werden – ziemlich easy das ganze. Zurückgegeben muss das Fahrrad an einer der Stationen.

Und was kostet der Spass? Als QuickBike Kunde ohne Jahresgebühr bezahlst du für die ersten 30 Minuten Mietdauer pauschal CHF 3.-, danach kostet jede Minute pauschal 5 Rappen. Die e-Bikes sind etwas teurer und kosten CHF 4.50 für die ersten 30 Minuten und danach 10 Rappen pro Minute. Mit dem Abo “EasyBike” sind für CHF 50.- Jährlich die ersten 30 Minuten immer kostenlos – ein ziemlich faires Angebot.

➕ Das macht PubliBike gut:

Besonders hervorzuheben sind bei PubliBike die Qualität der Fahrräder und der e-Bikes. Hier merkt man den Unterschied zu den Rädern von Lime – die PubliBike Velos können gut auch für längere Fahrten verwendet werden. Mehr Speed gibt’s dafür mit den e-Bikes von Smide: 45km/h bei Smide vs. 25km/h bei PubliBike. Die App funktioniert ziemlich zuverlässig und scheint durchdacht.

➖ Das gefällt mir an PubliBike weniger:

Die Startschwierigkeiten und Probleme zu Beginn haben PubliBike wohl oder übel kein optimales Image beschert. Mittlerweile sind die gröbsten Probleme aber behoben. Ich bin nicht sicher, ob ein stationsbasiertes Angebot so erfolgreich wie ein Verleihsystem im Free-Floating-Modell sein kann. Leider bestehen aktuell noch nicht ganz so viele Stationen in Zürich, was die Attraktivität des Angebots hemmt.

Webseite mit weiteren Informationen: https://www.publibike.ch
App herunterladen: Android & iPhone

Mobility

Mobility dürfte den meisten ein Begriff sein – noch gar nicht so bekannt sind jedoch die elektrischen Roller, welche Anfang 2018 überall in der Stadt Züri verteilt wurden. Richtig cool: Das System funktioniert Stationslos, also im Free-Floating-System. Scooter auf der Karte suchen (in Zürich gibt es rund 200 der roten Elektro-Flitzer), mit der Mobility-App respektive der Mobility-Kundenkarte entsperren und per App das Topcase öffnen, um an die beiden Helme zu gelangen. Beendet werden kann die Fahrt an jeder öffentlichen Fahrrad-, oder Motorradstation innerhalb des Zürcher Stadtareals; Davon gibt es glücklicherweise mehr als genügend, hier sind alle eingezeichnet. Mit dem Click & Drive Tarif bezahlst du für jede Minute 30 Rappen, inkl. prächtigem Fahrspass!

➕ Das macht Mobility gut:

Die Anzahl der Roller ist ausreichend, so dass selten lange gesucht werden muss. Die Roller sind qualitativ sehr hochwertig und machen richtig Spass. Auch der Preis ist für meinen Geschmack fair gestaltet. Grundsätzlich also ein echt cooles Angebot, Mobility!

➖ Das gefällt mir an Mobility weniger:

Besonders die App und der Aufsperr- und Schliessprozess der Roller muss bemängelt werden: Das Aufsperren der Roller dauert teilweise Ewigkeiten oder funktioniert auch einfach mal gar nicht. Hier muss definitiv nachgebessert werden. Weiter ist für mich unverständlich, weshalb die Roller auf 45km/h und nicht auf 50 km/h gedrosselt wurden – es ist nämlich äusserst unangenehm, stets durch andere verärgerte Verkehrsteilnehmer überholt zu werden.

Webseite mit weiteren Informationen: https://www.mobility.ch/de/so-funktionierts/scooter-mieten/
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Vollblut Zürcher, leidenschaftlicher Blogger und Startup-Fanatiker. Gründer von Stadtlich mit etwas zu vielen Ideen. Verbringt seine seltene Freizeit gerne auf Roadtrips, beim Mezze-essen oder Bier-trinken.

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